Amazon Elastic Compute Cloud
Benutzerhandbuch für Linux-Instances

Linux AMI-Virtualisierungstypen

Linux-Amazon Machine Images verwenden einen von zwei Virtualisierungstypen: Paravirtual (PV) oder Hardware Virtual Machine (HVM). Die Hauptunterschiede zwischen PV- und HVM-AMIs sind die Art und Weise, wie sie gestartet werden und ob sie spezielle Hardwareerweiterungen (CPU, Netzwerk und Speicher) zur Verbesserung der Leistung nutzen können.

Um die bestmögliche Leistung zu erhalten, empfiehlt sich zum Starten der Instances die Verwendung von Instance-Typen und HVM-AMIs der aktuellen Generation. Weitere Informationen über Instance-Typen der aktuellen Generation finden Sie unter Amazon EC2-Instance-Typen. Wenn Sie Instance-Typen der vorherigen Generation verwenden und ein Upgrade durchführen möchten, helfen Ihnen die Informationen unter Upgrade-Pfade weiter.

HVM-AMIs

HVM-AMIs sind mit einem vollständig virtualisierten Hardwaresatz ausgestattet und werden durch Ausführen des Master Boot Records des Stamm-Blockgeräts Ihres Abbilds gestartet. Dieser Virtualisierungstyp kann ein Betriebssystem direkt auf einer virtuellen Maschine ausführen, ohne dass diese modifiziert werden muss – ganz so, als würde es sich um Bare-Metal-Hardware handeln. Das Amazon EC2-Hostsystem emuliert einige oder alle der zugrunde liegenden Hardware-Elemente, die dem Gast zur Verfügung gestellt werden.

Anders als bei PV-Gästen können HVM-Gäste den Vorteil von Hardware-Erweiterungen nutzen, die einen schnellen Zugriff auf die zugrunde liegende Hardware des Hostsystems ermöglichen. Weitere Informationen zu verfügbaren CPU-Virtualisierungserweiterungen in Amazon EC2 erhalten Sie im Bereich zur Intel Virtualisierungstechnik auf der Intel-Website. HVM-AMIs sind erforderlich, um eine verbesserte Netzwerkleistung und GPU-Verarbeitung nutzen zu können. Um Anweisungen an spezialisierte Netzwerk- und GPU-Geräte weiterleiten zu können, muss das Betriebssystem Zugriff auf die native Hardwareplattform haben. Hier stellt HVM-Virtualisierung den erforderlichen Zugriff bereit. Weitere Informationen finden Sie unter Enhanced Networking unter Linux und Linux für Accelerated Computing-Instances.

Alle Instance-Typen unterstützen HVM-AMIs.

Um ein HVM-AMI zu finden, müssen Sie sicherstellen, dass der Virtualisierungstyp des AMI auf hvm gesetzt ist. Verwenden Sie hierzu die Konsole oder den Befehl describe-images.

PV-AMIs

PV-AMIs starten mit einem speziellen Boot-Loader mit der Bezeichnung PV-GRUB, der den Boot-Zyklus startet und dann das Chainloading des Kernels durchführt, der in der Datei menu.lst auf Ihrem Abbild angegeben ist. Paravirtuelle Gäste können zwar auf der Host-Hardware ausgeführt werden, die über keine explizite Unterstützung der Virtualisierung verfügt, aber sie können keine speziellen Hardware-Erweiterungen wie Enhanced Networking oder GPU-Verarbeitung nutzen. Früher verfügten PV-Gäste in vielen Fällen über eine bessere Leistung als HVM-Gäste, aber aufgrund von Verbesserungen der HVM-Virtualisierung und der Verfügbarkeit von PV-Treibern für HVM-AMIs ist dies nicht mehr der Fall. Weitere Informationen zu PV-GRUB und dessen Verwendung in Amazon EC2 erhalten Sie unter Aktivieren Ihres eigenen Linux-Kernels.

Die folgenden Instance-Typen der vorherigen Generation unterstützen PV-AMIs: C1, C3, HS1, M1, M3, M2 und T1. Die Instance-Typen der aktuellen Generation unterstützen keine PV-AMIs.

Die folgenden AWS-Regionen unterstützen PV-Instances: Asien-Pazifik (Tokio), Asien-Pazifik (Singapur), Asien-Pazifik (Sydney), EU (Frankfurt), EU (Irland), Südamerika (São Paulo), USA Ost (Nord-Virginia), USA West (Nordkalifornien) und USA West (Oregon).

Um ein PV-AMI zu finden, müssen Sie sicherstellen, dass der Virtualisierungstyp des AMI auf paravirtual festgelegt ist. Verwenden Sie hierzu die Konsole oder den Befehl describe-images.

PV auf HVM

Paravirtuelle Gäste verfügten traditionell über eine bessere Performance bei Speicher- und Netzwerkoperationen als HVM-Gäste, da sie spezielle Treiber für die Ein- und Ausgabe nutzen konnten, mit denen der Mehraufwand für die Emulation von Netzwerk- und Datenträger-Hardware vermieden wurde. Im Gegensatz dazu mussten HVM-Gäste diese Anweisungen in emulierte Hardware übersetzen. PV-Treiber stehen jetzt HVM-Gästen zur Verfügung. Für Betriebssysteme, die nicht für die Ausführung in einer paravirtualisierten Umgebung (z. B. Windows) portiert werden können, können durch ihre Nutzung daher trotzdem Leistungsvorteile in Bezug auf Speicher- und Netzwerk-E/A erzielt werden. Mit diesen PV auf HVM-Treibern können HVM-Gäste die gleiche oder eine bessere Leistung als paravirtuelle Gäste erzielen.